Boris Cepeda
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Musikalische Genealogie

Das Erbe

Drei Klavierlinien und zwei Dirigiertraditionen vereinen sich in einem Künstler. Jede Kette steht für eine direkte Lehrer-Schüler-Weitergabe über Jahrhunderte.

Klavier

Quito

Die Beethoven-Linie über Liszt und Busoni

Ludwig van Beethoven

1770–1827

Das Fundament der Wiener Klassik

Carl Czerny

1791–1857

Schüler Beethovens; Pädagoge, der die Methode des Meisters weitergab

Franz Liszt

1811–1886

Virtuoser Pianist und Komponist; prägte die Klaviertechnik und die Konzertkultur neu

Ferruccio Busoni

1866–1924

Pianist-Komponist; verband die romantische Tradition mit der Moderne des 20. Jahrhunderts

Guido Agosti

1901–1989

Italienischer Virtuose; trug die Busoni-Tradition in die Nachkriegszeit

Christo Iliev

Übertrug die Liszt-Busoni-Linie nach Südamerika

Boris Cepeda

b. 1974

Quito. Erste Studien in der Beethoven-Linie

Bremen

Die norddeutsche Linie über Fischer und Leygraf

Franz Liszt

1811–1886

Ursprung zweier getrennter Linien, die zu Cepeda führen

Martin Krause

1853–1918

Letzter bedeutender Schüler von Liszt; Lehrer von Arrau und Fischer

Edwin Fischer

1886–1960

Schweizer Pianist; bekannt für Bach und Mozart. Lehrer von Brendel

Hans Leygraf

1920–2011

Schwedischer Pianist und Pädagoge am Salzburger Mozarteum

Kurt Seibert

Trug die Fischer-Leygraf-Tradition in Bremen fort

Boris Cepeda

b. 1974

Bremen. Der norddeutsche Strang seiner Ausbildung

Paris

Die französische Schule über Cortot und Deschaussées

Alfred Cortot

1877–1962

Prägende Stimme der französischen romantischen Klaviertradition

Edwin Fischer

1886–1960

Auch Quelle der Bremer Linie; verbindet beide Stränge

Monique Deschaussées

Schülerin von Cortot und Fischer; französische Pädagogik-Tradition

Boris Cepeda

b. 1974

Paris. Der französische Strang seiner Ausbildung

Dirigieren

Swarowsky-Linie

Von Weingartner und Richard Strauss über Wien

Felix Weingartner

1863–1942

Mahlers Nachfolger an der Wiener Hofoper; Beethoven-Autorität

Richard Strauss

1864–1949

Komponist-Dirigent; leitete Opernhäuser in München, Berlin und Wien

Hans Swarowsky

1899–1975

Wiens Dirigier-Meisterpädagoge; Mentor von Abbado und Mehta

Joachim Harder

Trug die Swarowsky-Methode in die nächste Generation

Boris Cepeda

b. 1974

Die Wiener Dirigiertradition

Dessau-Linie

Aus der Tradition der Staatskapelle Dresden

Staatskapelle Dresden

est. 1548

Eines der ältesten Orchester der Welt; Wiege der deutschen Dirigiertradition

Karl Förster

1904–1963

Kapellmeister, der den Dresdner Klang durch die Kriegsjahre bewahrte

Kurt Rohde

Führte das Erbe der Staatskapelle in der DDR-Zeit fort

Wolfgang Kluge

Trug die Dresdner Tradition ins wiedervereinigte Deutschland

Boris Cepeda

b. 1974

Die Dirigiertradition der Staatskapelle Dresden

Der südamerikanische Faden

Zwei der bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten Südamerikas — Gerardo Guevara aus Ecuador und Astor Piazzolla aus Argentinien — studierten beide bei Nadia Boulanger in Paris. Boris Cepeda spielt die Musik beider und verkörpert damit dieselbe Pariser Tradition auf zwei Hemisphären.

Nadia Boulanger

1887–1979

Kompositionslehrerin. Paris. Zu ihren Schülern gehörten Copland, Carter, Piazzolla und Guevara.

Gerardo Guevara

1930–2022

Ecuadors bedeutendster Komponist. Studierte bei Boulanger in Paris.

Astor Piazzolla

1921–1992

Argentiniens revolutionärer Tango-Komponist. Studierte bei Boulanger in Paris.

Boris Cepeda

b. 1974

Spielt die Musik von Guevara und Piazzolla — dieselbe Pariser Tradition, zwei Hemisphären.

Auszeichnungen

Steinway-Künstler

Seit 2021

Die Steinway-Künstler-Liste umfasst Martha Argerich. Sie umfasst auch Boris Cepeda. Beide wurden, in einigem Abstand, in der Tradition von Vicente Scaramuzza geformt — dem Pädagogen aus Buenos Aires, dessen Methode unter anderem Argerich selbst hervorbrachte. 2021 erkannte Steinway & Sons, was die Genealogie längst wusste.

Steinway Artist

Fünf Traditionen. Fünf Jahrhunderte. Ein Künstler.

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